Die Geschichte eines Sommers, vierzehn Jahre nach dem Krieg
Flensburg, 1959. Gustav Hasse, Pianist in einer Swing-und-Rock-′n′-Roll-Schülerband, verbringt die Sommerferien auf einem Campingplatz an der Geltinger Bucht. In Gedanken ist er bei Johanna, der Tochter einer aus Ostpreußen stammenden Miederwarenverkäuferin. Wenn da bloß die Ohrfeige nicht wäre, die er ihr aus Eifersucht gegeben hat. Er fühlt sich schuldig, doch was ist das für ihn – Schuld? Sein Kunstlehrer ist der Maler Gerhard Fritz Hensel, dessen Schwester Hedwig mit dem Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß verheiratet war; das weiß damals nur keiner. Mehr und mehr geht Gustav den ungeheuerlichen großen und kleinen Dingen auf den Grund. Ein Roman über Liebe, Schuld und allmähliches Begreifen, erzählt mit lakonischer Poesie.
Syrien, Ukraine, Gaza: Ist das Völkerrecht am Ende? Gilt das Recht des Stärkeren?
Mit den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg nach dem zweiten Weltkrieg begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Völkerrechts. Und nach dem Kalten Krieg schien die regelbasierte Weltordnung realistisch. Doch die Wirklichkeit im frühen 21. Jahrhundert ist eine andere, nicht erst seit Russlands Einmarsch in die Ukraine. Auch Israels Reaktion auf das Massaker vom 7. Oktober wirft Fragen auf. Christoph Safferling, internationaler Experte für Völkerrecht, zeichnet den Weg von 1945 bis heute nach und benennt doppelte Standards und blinde Flecken gerade auch der deutschen Politik. Seine Bilanz ist ernüchternd, sein Appell scharf: Gerade Deutschland muss die völkerrechtlichen Standards einfordern. Das Recht verträgt keine Kompromisse.
Bettina wächst mit ihrer älteren Schwester Simone in der bayerischen Provinz auf. Die Nachmittage verbringen sie zwischen Karpfenteich und dem leer stehenden Nachbarhaus. Früh übernimmt Bettina dabei Verantwortung für Simone, die seit ihrer Geburt geistig beeinträchtigt ist. Doch Bettina träumt davon, Schauspielerin zu werden, und erkennt bald: Will sie ihr eigenes Leben führen, muss sie sich von ihrer Familie lösen. Auf unverwechselbare Weise erzählt Thomas von Steinaecker von drei entscheidenden Tagen im Leben von Bettina, kunstvoll montiert und tief berührend. Ein Roman über Nähe und Abgrenzung und den Mut zur eigenen Stimme.
Béla erhält einen überraschenden Anruf: Das Haus an der Zederstraße steht zum Verkauf. Dreißig Jahre ist es her, dass er dort mit Simone, Serdar und Kim in einer WG gewohnt hat. Seither sind sie alle in unterschiedliche Richtungen gegangen. Ist es eine gute Idee, jetzt zu viert das Haus ihrer Aufbruchsjahre zu kaufen? So gesetzt wollte Béla eigentlich gar nie werden. Wenn er nicht in den Spiegel schaut, hält er sich immer noch für jung. Aber wirklich jung ist nur seine Freundin Kaja, die gerade festgestellt hat, dass sie schwanger ist.
Ein hoch amüsanter Roman über die Frage, wie sehr man sich selbst treu bleiben kann und will.
»Caroline Bernard schreibt sanft und verlockend.« Christine Westermann
Im Sommer 1935 folgt die fünfundzwanzigjährige Grete ihrem Mann und zieht mit den kleinen Zwillingen in den neu gegründeten Hermann-Göring-Koog auf der Halbinsel Eiderstedt. Die Weite der Nordseeküste ist atemberaubend - und lebensgefährlich. Grete kämpft gegen den schweren, salzigen Boden, gegen Sturmfluten und gegen die Einsamkeit, die sie an den Rand ihrer Kräfte bringt. Doch noch schwerer wiegt eine Entscheidung, die sie trifft, um ihre Tochter zu schützen - und die sie ein Leben lang mit Schuld belasten wird. Sechzig Jahre später stößt ihre Enkelin Kristine auf diese verdrängte Vergangenheit. Auch sie sucht am Meer nach Antworten und erkennt, wie eng ihr eigenes Leben mit dem Schicksal der Frauen vor ihr verbunden ist.
AM RAND DER WELT erzählt von Schuld und Verantwortung, von Müttern und Töchtern und von einer Landschaft, die drei Generationen von Frauen prägt und ihnen den Mut gibt, ihren eigenen Weg zu finden.
Sascha kommt eines Abends nicht nach Hause. Obwohl sich Mila sicher ist, dass ihr Mann nicht weit weg sein kann, fahndet bald schon die Polizei nach ihm, denn bei seiner Firma fehlt Geld. Ist Sascha untergetaucht, wurde er entführt? Mila erhält Zeichen, stößt auf Spuren, die nur von Sascha stammen können. Auch dann noch, als niemand mehr daran glaubt, dass er noch lebt. Unbeirrbar folgt sie den mysteriösen Hinweisen um die halbe Welt bis in den Südpazifik.
Als Thomas Mann 1929 den Literaturnobelpreis erhielt, wurde er für sein etliche Jahre zurückliegendes Debüt ausgezeichnet, den »Roman ›Buddenbrooks‹, der im Laufe der Jahre immer mehr bleibende Anerkennung als eines der klassischen Werke der zeitgenössischen Literatur gefunden hat«, so die Begründung. Er erzählt das Schicksal der Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook in vier Generationen, den »Verfall einer Familie« im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Geschichte des Buches – von der zweibändigen Erstausgabe 1901 über den Nobelpreis bis hin zu unzähligen Taschenbüchern und Verfilmungen – zeichnet ein reich bebildertes Begleitheft nach.
Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.
Eine Frau kämpft um ihr Erbe – und um das ihrer jüdischen Familie
Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. »WTF!«, denkt Amira und macht erst mal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss Amira sich plötzlich rechtfertigen. Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. ›Balagan‹
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Ein großer Roman über die Risse in unserer Gesellschaft
In ihrer Kindheit waren sie unzertrennlich. Max, der Jüngere, bewundert den älteren Julius, aber er misstraut ihm auch. Ende der 90er Jahre gehen sie zum Studium nach Berlin. Julius wird Journalist, Max Arzt. Beide lieben Nina, die Julius heiratet. Doch Max kommt von ihr nie los.
Als Julius‘ Karriere ins Stocken gerät, verhärten sich seine politischen Ansichten. Die Kluft zwischen den Brüdern wird tiefer, sie werden sich fremd. Dann verschwindet Julius, und Max ahnt warum. Er muss sich Fragen stellen, die er lange vermieden hat: Wie gut kennen wir die Menschen, die uns am nächsten stehen? Und halte ich zu meinem Bruder, auch wenn er gefangen scheint in einer Welt aus Lüge und Zorn?
Ein großer jüdischer Familienroman über vier Mitglieder einer jüdischen Familie aus Wien, die durch Krieg, Schuld und die Schatten der Geschichte voneinander getrennt wurden. Und doch verbindet sie ein unsichtbares Band: die Geister der Vergangenheit.
Sonja lebt 1979 in London, Fania arbeitet 1966 in einem Hotel in Montreal, Moses durchstreift 2002 das postkommunistische Prag, und Arnold erhält 2016 eine mysteriöse Nachricht aus England. Was sie alle eint: das Trauma ihrer zerbrochenen Herkunft, ein tiefes, unausgesprochenes Vermächtnis – und Räume voller Erinnerung und Schweigen.
Stuart Nadler erzählt eindrucksvoll von jüdischem Leben im 20. Jahrhundert, von Identität, Entwurzelung und dem Wunsch nach innerer Heilung. Ein literarisches Mosaik aus Stimmen, Zeiten und Orten.
Botox oder »in Würde altern«, zu viele Selfies auf Instagram posten oder jeden Beauty-Trend auf TikTok mitmachen? Frauen im Internet stehen unter ständiger Beobachtung. Jedes Like kann zur Anklage werden, jeder Kommentar zum Politikum. »Wie kann sie nur?«
Sophie Passmann ist selbst Teil der widersprüchlichen Welt weiblicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Radikal selbstkritisch seziert sie die Phänomene, die eine ganze Generation prägen: von der asketischen Disziplin einer Hailey Bieber über die kalkulierte Görenhaftigkeit von Charli XCX bis zur neurotischen Perfektion von Taylor Swift. Warum sind wir alle so fasziniert von Frauen, die uns etwas vormachen – und gleichzeitig hassen wir sie genau dafür?
Sophie Passmann betrachtet den Zeitgeist wie niemand sonst: klug, selbstreflektiert und höchst unterhaltsam.