Elon Musk bezeichnet die Plattform X als »kybernetische Superintelligenz«, Mark Zuckerberg denkt Unternehmen als »lernende Organismen«, und der Erfinder der Datenbrille Google Glass sagt: »Die Kybernetik ist überall, wie Luft.« Diese Aussagen kommen nicht von ungefähr. Wer die Digitalisierung verstehen will, muss auf ihre kybernetischen Ursprünge schauen. In ihrem grundlegenden Buch zeichnet Anna-Verena Nosthoff ein umfassendes Panorama der Kybernetisierung der datafizierten Gegenwartsgesellschaft – von den ersten Prämissen der »Wissenschaft von Kommunikation und Kontrolle« über die Emergenz des Cyberspace bis hin zum aktuellen KI-Hype und zu technikautoritären Strömungen. Es zeigt sich: Die Kybernetisierung erfasst auch die Kritik – die sich daher neu erfinden muss, um zu überleben.
Nirgendwo sind Michel Foucaults einflussreiche Überlegungen zur Macht so kompakt und verständlich gebündelt wie in »Die Maschen der Macht«. Ursprünglich ein Vortrag, den Foucault 1976 an der Universität Bahia hielt, liefert er eine Analyse der unterschiedlichen Mechanismen, die in modernen Gesellschaften wirken. Dazu zählen die im Militär eingesetzten Disziplinarmaßnahmen, Techniken der Kontrolle und Überwachung in Fabriken und Machtmechanismen im Bereich der Sexualität, um die Leistung der Gesellschaftsmitglieder sowie des Gesellschaftskörpers zu steigern. Wer wissen will, was Biopolitik ist, lese diesen Text!
Obwohl Michel Foucault das 21. Jahrhundert nicht mehr erlebt hat, sind viele seiner Ideen und Konzepte – von der Biopolitik bis zur Freundschaft als Lebensform – aktueller denn je. Man könnte sogar sagen, dass sie erst im Kontext heutiger Debatten ihre volle Kraft entfalten.