Als Elli Hajek sich zum Schreiben in ein abgelegenes Haus zurückzieht, erinnert sie sich an eine Figur, von der ihr einst ihre tschechische Großmutter erzählte: Viktorka, die junge Frau, die nach einem schwerwiegenden Ereignis für wahnsinnig erklärt wurde und fortan allein im böhmischen Wald lebte. Als Elli erfährt, dass Viktorka wirklich existierte, reist sie in das Land, aus dem sie selbst als Kind geflohen ist. Elli will mehr erfahren – doch tief im Wald, zwischen leuchtendem Farn und reißendem Fluss, wartet eine andere Aufgabe auf sie: Bevor sie die Wahrheit über Viktorka erfährt, muss Elli sich ihrer eigenen verdrängten Geschichte stellen.
Sara, ihr Onkel Mats und ihre Cousine Evi fahren von Malmö nach Berlin, um den Stolperstein zu besuchen, der ihren Familiennamen trägt. Und um die Briefe mit der Familiengeschichte dem Jüdischen Museum zu übergeben. Die Großmutter war mit einem Kindertransport nach Schweden aus Berlin gerettet worden. Doch Sara, Mats und Evi haben alle auch ihre ganz eigene Agenda im Hier und Jetzt. Ein berührender Roman über Familienbande, intergenerationale Traumata, Geheimnisse, die wir bewahren, und Lügen, die wir uns selbst erzählen – präzise und einfühlsam geschildert.
»Anna Brynhildsen schreibt zurückhaltend, aber herzzerreißend.« Dagens Nyheter
Stell Dir vor, dein Leben dauert eine Woche – und heute ist Freitag
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt nicht: seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch »die Wechseljahre« bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam. Da passt es auch ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er merkt: Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Transkription ist ein smarter, witziger und wendiger Roman über uns und die Geräte, die unsere Gefühle, Erfahrungen und Beziehungen formatieren – und immer tiefer in das eingreifen, was wir für uns selbst halten.
Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen, diesem überlebensgroßen Urgestein der Kunstszene, Vater seines besten College-Freundes. Vor dem Termin fällt ihm allerdings im Hotel das Smartphone ins Klo, und er kommt ohne Aufnahmegerät zum Interview. Was er aus Gründen, die ihm selbst nicht klar sind, nicht zugeben kann oder will.
Daraus entwickelt sich eine turbulente Geschichte mit bizarren Folgen, das emotionale Drama – nicht nur – dreier Männer, die mit der Frage kämpfen, was es heißt, in dieser unseren wackeligen Wirklichkeit (was ist das eigentlich, Wirklichkeit?), ein guter Freund, ein guter Vater und überhaupt ein guter Mensch zu sein.
Eines Morgens wird Renata von einem unbändigen Freiheitsdrang erfasst: Sie kündigt ihre Stelle als Hausmädchen, setzt sich auf die Parkbank zu den Vögeln, lässt den Alltag vorbeistreifen. Und sie entfernt sich aus dem Korsett der Stadt und ihrer Beziehungen. Ein Handschuhverkäufer, ein Busfahrer, ein Zeitungsjunge – alle, die in ihren Weg geraten, fegt sie davon. Wer nach Befreiung strebt, dem wird das gewohnte Leben fremd. »Renata wasweiß-ich« ist ein waghalsiges Kunststück über den gesellschaftlichen Preis der Unabhängigkeit.
Ein Roman über menschliches Bindungsverhalten, weibliche Lebensentwürfe und die flauschigste Stelle zwischen zwei Kaninchenohren.
Leo ist stolz auf ihre Scheidung. Jetzt hat sie Lust auf etwas Leichtes. Bei ihrer Suche danach begegnet sie verschiedensten Männern und einer ungewöhnlichen Freundin. Vor allem aber begegnet Leo sich selbst: Ist sie wirklich sicher, dass sie das ganze Spiel noch einmal von vorn spielen will? Und warum fühlt es sich neuerdings so schwer an, etwas Leichtes zuzulassen? Stück für Stück wird ihr klar: Das einzige Wesen, mit dem sie abends gerne auf dem Sofa sitzen möchte, ist Frederic, ein deutscher Riesenschecke. Doch sogar bei ihm dauert es ein wenig, bis Leo eine klare Entscheidung fällen kann …
Wie wir unsere Demokratie gegen Angriffe von außen schützen können
Europa steht unter Druck: Autoritäre Regime, digitale Manipulation, wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Aufstieg der extremen Rechten treffen auf eine erschöpfte Öffentlichkeit. Eindringlich schildert Hubertus Heil, wie hybride Angriffe – von Desinformation über Einflussnetzwerke bis zu geoökonomischen Hebeln – unsere Demokratie unterminieren. Zugleich zeigt er Wege auf, wie Demokratien sich erneuern und schützen können: ein hochaktuelles Buch über die Zukunft unserer Freiheit.
Ein gefälschtes Nachrichtenportal, chinesische Investitionen in europäische Häfen, mächtige Tech-Konzerne und eine rechtsextreme Partei in Deutschland, die Putins Narrative verbreitet. Das alles sind keine Zufälle, sondern Teile eines geopolitischen Machtkampfs, der die Freiheit demokratischer Gesellschaften massiv bedroht. Hubertus Heil entfaltet die großen Zusammenhänge, analysiert russische Einflussoperationen, chinesische Machtprojektion sowie die Vernetzung der Neuen Rechten in Deutschland mit dem Trumpismus in den USA. Anschaulich und kenntnisreich beschreibt er, wie hybride Kriegsführung, wirtschaftlicher Druck, digitale Plattformen und ideologische Allianzen zur Waffe werden. Der Autor verbindet persönliche Erfahrung und Insiderwissen aus dem Maschinenraum der Politik mit brandaktuellen Themen. Ein politisches Buch über die neue Systemkonkurrenz und darüber, was wir jetzt tun müssen, um die Demokratien zu bewahren.
Dies ist eine Liebesgeschichte. Sie spielt im Juni, im Juli, im August in Adana, dreitausend Kilometer weit weg von Berlin. In Berlin lebt Zeko. Hier trifft er Männer in Parks und Cafés, auf Dating-Apps und vor der Moschee. Doch jedes Mal, wenn sich ihre Lippen berühren, reißen ihn die Gedanken zurück zu Hassan, dem Nachbarsjungen in Adana, den Dede, sein Großvater, immer nur »Hundesohn« nennt. Zeko kennt das laute Viertel, den Staub in den Gassen nur aus den Sommerferien. Dann stirbt Dede an einem Herzinfarkt. Aber Zeko will nicht vergessen, nicht den Großvater, der alten Männern die Sorgen aus dem Bart schnitt und auf Arabisch sang, nicht die religiösen Rituale und den Geschmack von Bamya. Und vor allem nicht Hassan.
»In neun Tagen werde ich Hassan wiedersehen«, wiederholt er wie ein Mantra: beim Freitagsgebet, in der Therapiesitzung, im Prinzenbad, beim Mittagessen mit seiner besten Freundin Pari. Aber etwas ist geschehen, als Zeko und Hassan sich das letzte Mal sahen. Etwas, das immer heftiger heraufdrängt, je näher der Tag seiner Abreise kommt.
Hundesohn erzählt radikal und poetisch von Liebe und Begehren. Von der Euphorie und Verletzlichkeit, der Angst und dem Glück, wenn man liebt. Vom leisen Schrei und lauten Flüstern: am Küchentisch, in fremden Betten und im Gebet. Und vermisst dabei unsere zerrissene Gegenwart, über alle Grenzen von Ländern, Sprache und Körper hinweg.
Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen. Sie ist ihm vertraut aus dem Sommer 1979, über den er schreibt. Seine Lesung wirft die Frage auf, was wirklich war und was wirklich ist. War er damals zu jung für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die heute fehlen? »Das Wasser im August« ist auch eine Schule des Sehens und des Schreibens – und der Versuch, das eigene Leben so rückhaltlos wie möglich zu erkunden.
So krass magic – über eine Freundschaft larger than life
Honey und Blondie wachsen in den 90er-Jahren in Berlin Kreuzberg auf, zwischen Fructis-Shampoo, Cola-Krachern, Diddlmäusen und Prinzenbad. Seit frühen Kindheitstagen verbindet sie eine geheime Superpower: Wenn eine von beiden extreme Gefühle hat – Zittern, Schwitzen, Herzklopfen bis zum Hals – dann spürt die andere plötzlich dieselben Symptome, egal, wo sie gerade ist. Eine Freundschaft, die magisch ist, weil die beiden durch die radikalste Stufe der Empathie buchstäblich in die Haut der anderen schlüpfen. Als Blondie schwer erkrankt, ist Honey entschlossen, ihre Freundin zu retten – egal zu welchem Preis. Voller Witz und Wärme erzählt Ubin Eoh von einer Freundschaft, die man nie wieder vergisst.
Geschichten von Frauen in der Lebensmitte – komisch, wütend, kämpferisch und Mut machend
Eigentlich lieben Alma und Théo einander. Ihre erste Begegnung fühlte sich an wie der Anfang von etwas Großem, die Zeit danach wie ein Versprechen. Und doch stehen sie jetzt zwischen zwei Wahrheiten: Sie lieben sich, und dennoch liegt ihre Beziehung in Trümmern.
Wie erkennt man, ob man gemeinsam glücklich sein kann – oder glücklicher allein wäre? Auf der Suche nach Antworten verbringen die beiden noch einen Sommer in dem Haus von Almas Eltern in Frankreich und schwören, es erst zu verlassen, wenn sie Gewissheit haben: festhalten oder loslassen.
Eva Pramschüfer erzählt voller Hingabe und stilistischer Feinheit von der ersten großen Liebe, von der Kunst, von dem, was uns als Menschen trennt und verbindet.
Eine Frau kämpft um ihr Erbe – und um das ihrer jüdischen Familie
Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. »WTF!«, denkt Amira und macht erst mal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss Amira sich plötzlich rechtfertigen. Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebr. ›Balagan‹
Ähnliche Bücher wie Balagan
»Ich freue mich sehr auf Wildboden von Constantin Lieb! Endlich wird die wilde Liebesgeschichte von Ernst Ludwig Kirchner und Erna Schilling neu erzählt.« Florian Illies
1936, Frauenkirch, inmitten der Schweizer Alpen, unweit von Davos: Umgeben von majestätischen Bergen und wortkargen Bauern führen Erna Schilling und der Maler Ernst Ludwig Kirchner ein Leben in enger Verbundenheit. Dass die politische Situation in Deutschland immer dunklere Schatten wirft und ihre Existenz auf dem Wildboden zu zerstören droht, wird vor allem für Erna zur fast unerträglichen Zerreißprobe. Trotz aller Anstrengungen, sich gegen die äußere Gefahr sowie die inneren Dämonen und die Morphiumsucht ihres Partners zu stemmen, kann sie die Tragödie nicht verhindern: Als sie mit Kirchner den Menschen, dem sie sich bedingungslos verbunden fühlt, endgültig verliert, muss sie ihr Leben radikal überdenken und selbstbestimmt um die eigene Zuversicht und Zukunft kämpfen.
Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise verwebend, erzählt Constantin Lieb so eindringlich wie hellsichtig, wie aus schmerzhaftem Verlust beeindruckende menschliche Stärke erwachsen kann, und wie die lebenslange Sehnsucht nach Halt unser Menschsein zu allen Zeiten zutiefst berührt.
»So viel Wut und Zartheit in einem Roman, der von der ersten Seite an berührt.« Jan Weiler
Die sechzehnjährige Ella lebt in Dortmund und hat beschlossen, keine Freundschaften mehr zu führen. Zu groß ist die Angst, dass sie andere Menschen durch ihre Wutanfälle vergrault. Die Ehe ihrer Eltern ist am Boden, und auch zu ihren zwei Geschwistern findet Ella keinen Zugang. Ihr einziger Vertrauter war stets der alte Eckard, der nun jedoch in die Demenz abgleitet und Ella bittet, sich um seinen singenden Plastikfisch zu kümmern. Als ihr jüngerer Bruder Luis verschwindet, macht sich Ella mit dem Fisch auf die Suche und begibt sich in große Gefahr – ausgestattet mit einer Aldi-Tüte, zu viel Mut und zu wenig Angst.
»Starkes Debüt einer Musikerin, die auch hier Gefühle zum Klingen bringt.« Brigitte
Bleiben oder Gehen?
Wenn deine Träume platzen, gibt es immer noch Plan B.
Ein Haus auf dem Land. Das hast du dir immer gewünscht, Jule. Dazu ein wilder Garten, durch den eure Kinder rennen. So hast du dir das Glück vorgestellt. Doch die Kinder sind nie gekommen. Und dein Mann hat jetzt eine Affäre in der Stadt.
Ihr Name ist Hellen, und Hellen denkt viel an dich. Vielleicht ein bisschen zu viel. Oft fragt sie sich, warum du und dein Mann noch immer zusammen seid. Wie zwei Menschen es so lange miteinander aushalten können, wenn ihre gemeinsamen Träume doch längst geplatzt sind.
Aber von alldem hast du keine Ahnung, Jule. Du weißt nicht von Hellen und nicht von ihren Fragen. Noch nicht. Noch sitzt du da, in deinem hübschen Garten, und überlegst, ob das, was du hast, vielleicht doch reichen könnte, um glücklich zu sein.
»Wie ein Gespräc
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Als Erwachsene blickt Tanja auf ihre gestohlene Jugend zurück und fragt sich: Warum hat niemand sie beschützt?
Auf einer Vernissage in Kopenhagen begegnet sie als 14-Jährige dem charismatischen Schriftsteller Eg, einem Freund der Familie. Er macht ihr Komplimente, spricht mit ihr wie mit einer Frau. Eg beginnt, ihr lange, gefühlvolle Briefe zu schreiben. Tanja ist neugierig und erlebt ihre erste Verliebtheit. Doch das Erwachen von Sexualität wird zu einer verwirrenden und schmerzhaften Erfahrung, die sie für immer prägen wird.
Ulrikka S. Gernes erzählt schnörkellos und doch poetisch von einer Frau, die versucht, eine Verbindung zu dem Mädchen herzustellen, das sie einmal war. Eine radikal mutige Geschichte über Macht und Resilienz, die in Dänemark Tausende Leserinnen und Leser eroberte.