Die Legende von der einarmigen Schwester sollte Lala eigentlich davor warnen, was mit Mädchen geschieht, die ihren Müttern nicht gehorchen. Doch für Lala ist es die verheißungsvolle Geschichte einer Abenteurerin, und als sie erwachsen ist, schöpft sie daraus Hoffnung auf ein besseres Leben, weit weg von ihrem undichten Haus, weit weg von Adan, ihrem brutalen Mann.
Adan, ein charismatischer, aber gewissenloser Kleinkrimineller, löst mit seinem Einbruch in eine Strandvilla eine Kette von furchtbaren Ereignissen aus: ein Schuss, den niemand hören sollte, und ein Mord, der alles verändert, führen Lala an einen Wendepunkt.
Cherie Jones erzählt in eindringlicher, lyrischer Sprache, wie Liebe und Verbrechen ein Leben auf dramatische Weise verändern.
»Ein Samen im Herzen eines Apfels ist ein unsichtbarer Obstgarten.« Altes walisisches Sprichwort
Hannah, Sadie und Megan sind alle auf ihre eigene Art verloren. Als sie sich begegnen, beginnen sie zu dritt einen Neuanfang, den sich keine von ihnen je erträumt hätte. Caryl Lewis leuchtet im idyllischen Setting der walisischen Landschaft alle Facetten der menschlichen Emotionen aus. Zwischen Liebe und Trauer, Enttäuschung und Dankbarkeit erzählt sie eine unvergessliche Geschichte.
Hannah hat ihr ganzes Leben in Berllan Deg, einem kleinen Ort in Wales, verbracht. Anders als ihre Schwester Sadie, ist sie nie aus ihrem Elternhaus ausgezogen, nicht einmal nach ihrer Hochzeit mit John. Sie ist in diesem Haus und dem dazugehörigen Obstgarten verwurzelt, behandelt die Bäume, als gehören sie zur Familie. Als ihr Mann stirbt, ist Hannah das erste Mal allein. John, einst Schriftsteller und Imker, der die Welt durch die Sprache der Bienen zu verstehen lernte, hat ihr elf Liebesbriefe hinterlassen. Aber er hatte auch ein großes Geheimnis. Megan, Hannah und Sadie werden damit konfrontiert und begeben sich auf eine Reise durch die Erinnerung. »Wilder Honig« führt drei sehr unterschiedliche Frauen in einem zerbrochenen Eden zusammen und erzählt, wie sie es gemeinsam wieder aufbauen. Ein Buch über Schwesternschaft, die große Liebe und die Schönheit der Natur, die genauso gehegt und gepflegt werden muss wie eine Beziehung.
Georg-Büchner-Preis 2026
Zwei Frauen in Paris, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Marie Biheron, die schon im Mädchenalter nach Leichen sucht, um das Innenleben menschlicher Körper zu studieren und zu verstehen; und Madeleine Basseporte, die sich ganz der Anatomie von Blumen verschrieben hat, weil Menschen einen nur von der Arbeit abhalten und meist keine Ahnung haben, was vermehrt auf Männer zutrifft. Auch sie kommen vor, in teils erheiternden Nebenrollen – ein nervöser Bestseller-Autor, ein junger Nichtsnutz und Diderot, der Kaffee trinkt und viel redet.
Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie – sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.
Das große Finale des preisgekrönten Island-Epos
Hallgrímur Helgason ist der wichtigste und erfolgreichste isländische Autor unserer Zeit. Mit »60 Kilo Sonntage« zeichnet er ein vielschichtiges, poetisch-ironisches Porträt einer Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne und erzählt eine mitreißende Geschichte über die innere Zerrissenheit, in die ein Leben zwischen persönlicher Identitätssuche und aufreibendem Arbeitskampf treiben kann.
Segulfjörður, 1918. Nach einem verheerenden Lawinenunglück erreicht Gestur unverhofft ein Brief seines totgeglaubten Vaters. Kurzerhand entscheidet Gestur sich, seine Partnerin Anna in Island zurückzulassen und bricht auf, um seinem Vater hinterher zu reisen. Kaum angekommen, erfährt Gestur, dass dieser nicht sein leiblicher Vater war. In eine tiefe Identitätskrise gestürzt, tritt er die Heimreise nach Island an – doch auch dort ist kein Stein mehr auf dem anderen: Anna ist mittlerweile mit einem anderen Mann liiert und die von der Heringskrise erschütterte Gesellschaft wird von einer immer größer werdenden Spaltung bestimmt. Kapitalistische Unternehmer und frischgebackene Gewerkschaftler stehen einander in einem erbitterten Kampf gegenüber – und Gestur ist mittendrin.
Meisterhaft und mit seinem einzigartigen Humor verwebt Helgason in »60 Kilo Sonntage« politische Kämpfe und persönliche Lebensfragen zu einer packenden Erzählung über Liebe, Migration und Klassenkampf.
»Große Literatur aus einem kleinen Land.« Denis Scheck, Druckfrisch