»Seine Prosa sprüht förmlich vor manischer Intelligenz.« Emma Cline
Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen Spirale, als ein One-Night-Stand nicht zur erhofften Beziehung führt. Ein schwuler Thai-Amerikaner bringt es nicht über sich, seinem Freund seinen ultranischigen Fetisch zu gestehen.
Wie die Facetten eines Kaleidoskops zeigt dieses Buch die monströs schillernden Formen, die die Sehnsucht nach echter Nähe in einer Welt zwischen Dating-Apps und Doomscrolling annimmt. Von der Kritik gefeiert, von Lesern ebenso geliebt wie gehasst, erzählt Tony Tulathimutte schmerzhaft wahr und abartig witzig von Millennials, Misfits und Masturbauteurs, und ihre ineinandergreifenden Geschichten eskalieren in atemberaubenden Fiaskos.
Die perfekte Strandlektüre für den kleinen Hater in uns
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Einst Star-Journalist, lässt den in Ungnade gefallenen Boyd Halverson seine Vergangenheit einfach nicht los, während ihn die Gegenwart zermürbt. Also beschließt er eines Tages, die lokale Bank auszurauben, eine Geisel zu nehmen und abzuhauen, um eine Rechnung zu begleichen – mit dem Mann, dem er die Schuld an seinem verpfuschten Leben gibt. Doch das gestohlene Geld übersteigt nicht mal Boyds eigene Rücklagen, und Angie Bing, die Bankangestellte, mit der er immer ganz gerne geflirtet hat, stellt sich als ganz schön aufmüpfige Geisel heraus. Für die beiden beginnt ein Roadtrip in die Untiefen einer von Scham und Betrug zerfressenen Nation – mit einigen gefährlichen Verfolgern auf den Fersen. Nur die Polizei scheint sich nicht für Boyd und Angie zu interessieren …
László Krasznahorkai überrascht mit einem Roman voll milder Melancholie, sarkastischem Humor und großer Seltsamkeit. In episch-melodischer Sprache erzählt er die Geschichte eines geheimen Thronfolgers, der im politischen Wirrwarr der ungarischen Gegenwart für stabile Verhältnisse sorgen soll. Doch er will sich nicht in die Politik einmischen und lieber, wie seine Vorfahren, im Verborgenen leben. Bis eine merkwürdige Schar vermeintlicher Anhänger ihn aufspürt – das Gespinst zerreißt, die Gedanken jagen sich im Kreis: Allein die Flucht bleibt.
Die Welt, in der wir leben, verändert sich rasend – gleichzeitig driften die Realitäten innerhalb einer Gesellschaft auseinander, nicht mal der einzelne Mensch lebt noch in einer kohärenten Welt. Mit Scharfzüngigkeit, aber auch viel Mitgefühl fängt Dorota Masłowska genau dies ein, wahnsinnig witzig und gleichzeitig todernst. Ihre Figuren – ein Macho-
Banker auf Aufreißtour, ein Werbefilmer im Koksrausch, ein angelnder Junge und eine Schwimmerin in Seenot, zwischen denen eine magische Verbindung entsteht, eine Frau, die in einem schäbigen Hotel in totaler Selbstentblößung zu sich findet – leben in einer Welt voller Schein und Einsamkeit, und doch werden sie im «Paradies» zu tiefen Charakteren.
Niemand beschreibt die Gegenwart so wie Dorota Masłowska: Alles ist ganz nah und zugleich unerreichbar und zersplittert. Auf einzigartige Weise spürt sie kulturellen Mustern
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Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben
Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben. 1969 steht die Zeit in Westberlin vielerorts noch still, und doch ändert sich für den Jungen alles. Von dieser Zerrissenheit erzählt Michael Wildenhain in seinem Roman so virtuos und episch, wie es nur einer kann, der dabei war.
Weil der Vater eine neue Stelle antritt, muss auch der Sohn in die Belziger Straße ziehen, in eine Atmosphäre der Wut gegen die ganze Welt. Hier droht die von den Traumata des Krieges geprägte Familie – der versehrte Vater, die gezeichnete Mutter – zu zerfallen; dort lockt die Wirklichkeit der Straße, brutal und zärtlich, derb und schön, die den Jungen in eine Entscheidung von beträchtlicher Tragweite treibt. Was zählt: die Nähe zu Körschi, Bandenchef und bester Boxer der Belziger. Und Alina, die Angebetete, die Körschi als sein Eigentum betrachtet und von der der Junge dennoch nicht lassen kann. Manchmal, das erfährt er, musst du etwas riskieren, selten sogar das Leben. »Das Ende vom Lied« erzählt von einem Westberlin jenseits der 68er Ereignisse, einer Stadt, wie es sie nie wieder geben wird, vom unstillbaren Durst nach der ungezähmten Realität und vom Licht, in dem wir träumen.
Wolfgang Schorlau liefert die Komödie zur richtigen Zeit: über ein Politikmilieu, das im Angesicht der Klimakatastrophe nur nach Macht und dem kurzfristigen Vorteil giert – gleichermaßen schrecklich komisch und unheimlich nah an der Wirklichkeit.
Berlin im Jahr 2025. Die Gas-Lobby jubelt: Einer von ihnen soll zum Minister ernannt werden – der allseits beliebte Karsten Richter. Nun könnte es ihnen gelingen, die drohende Klimaneutralität abzuwenden. Doch plötzlich macht eine Ankündigung die Runde: »Pressekonferenz: Mein Sohn Andreas – die Ökosau!«
Karstens Mutter, eine Klimaaktivistin der allerersten Generation, hat kein gutes Gefühl bei der Karriere ihres Sohnes. An ihrer Erziehung liegt es nicht, aber die Zukunft unseres Planeten liegt ihm so gar nicht am Herzen. Stattdessen persönlicher Erfolg und die Anerkennung seiner Freunde zwischen Wirtschaft und
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Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann. In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben – die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie – offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei.
2023 fand Martin Piekar mit einem Auszug aus diesem Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 202
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