Wir haben 8 Buchtipps zu "Milieustudie" gefunden.
Thekla schwimmt in offenen Gewässern, auch bei eisigen Temperaturen. Sie versteht es als ganzkörperlichen Erkenntnisprozess und versucht in der winterlichen Landschaft sich selbst und dem Verhältnis von Leib und Seele, Natur und Geist auf den Grund zu gehen. Während sie in das atemberaubend klare Wasser eintaucht und mit der Gewalt der Kälte umgeht, findet sie zu einem Gefühl von Freiheit und Autonomie. Dann begegnet sie einem entlaufenen Tiger. Marion Poschmann gelingt es, Wahrnehmungen und Einsichten ihrer Figur im kunstvollen sprachlichen Ausdruck verschmelzen zu lassen, so wie sich in diesem höchst gegenwärtigen Text auch Milieustudie und Legende, Erzählung und Dichtung durchdringen. Freie und gebundene Verse gipfeln in einer modernen Adaption des Leichs, des mittelalterlichen, virtuos gereimten Meistergedichts.
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»Das ist also das Leben meiner Mutter gewesen, dachte ich, das Leben und das Alter einer Arbeiterin. Noch wusste ich nicht, dass ich dieser Aufzählung bald ein drittes Wort würde hinzufügen müssen.« Eigentlich hatte Didier Eribon sich vorgenommen, ab jetzt regelmäßig nach Fismes zu fahren. Doch seine Mutter stirbt wenige Wochen nach ihrem Umzug in ein Pflegeheim in dem kleinen Ort in der Champagne. Wie in Rückkehr nach Reims wird dieser Einschnitt zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Vergangenheit. Eribon rekonstruiert die von Knappheit und Zwängen bestimmte Biografie einer Frau, die an einen brutalen Ehemann gekettet blieb und sich sogar in ihren Träumen bescheiden musste. »Meine Mutter«, hält er fest, »war ihr ganzes Leben lang unglücklich.« Didier Eribons neues Buch ist hochpolitisch: Er legt schonungslos dar, wie sehr die Politik, aber auch die Philosophie, ja wir alle die skandalöse Situation vieler alter Menschen lange verdrängt haben. Zugleich erweist er sich erneut als großer Erzähler: Anhand suggestiver Episoden und berührender Erinnerungen zeigt er, wie wichtig Familie und Herkunft für unsere Identität sind. Er kauft ein Dialekt-Wörterbuch, um noch einmal die Stimme seiner Mutter im Ohr zu haben. So entfaltet der Soziologe das Porträt einer untergegangenen Welt: des Milieus der französischen Arbeiterklasse – mit ihren Sorgen, ihrer Solidarität, ihren Vorurteilen.
Ähnliche Bücher wie »Eine Arbeiterin«
Wenige Wochen nach ihrem Umzug in ein Pflegeheim stirbt Didier Eribons Mutter. Wie in Rückkehr nach Reims wird dieser Einschnitt zum Ausgangspunkt für eine Reise in die Vergangenheit: Eribon rekonstruiert die von Zwängen bestimmte Biografie einer Frau, die an einen brutalen Ehemann gekettet blieb und sich sogar in ihren Träumen bescheiden musste: »Meine Mutter war ihr ganzes Leben lang unglücklich.« Dabei erweist sich der Soziologe erneut als großer Erzähler: Anhand suggestiver Episoden und berührender Erinnerungen zeigt Eribon, wie wichtig Familie und Herkunft für unsere Identität sind. Und er legt schonungslos dar, wie sehr die Politik, aber auch die Philosophie, ja wir alle die skandalöse Situation vieler alter Menschen lange verdrängt haben. In diesem ergreifenden Buch über seine Mutter beschreibt Didier Eribon nicht nur das Milieu der französischen Arbeiterklasse mit ihren Sorgen, ihrer Solidarität und ihren Vorurteilen, sondern konfrontiert uns mit der großen Frage, wie wir in unseren Gesellschaften mit Alter und Sterben umgehen.
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Über Armut, Klassenscham und bedingungslose Solidarität: die neue, große literarische Stimme aus Norwegen. Autorin vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturpreis der Europäischen Union, dem Hunger Preis, dem Klassenkampen Kulturpreis und dem Oslo Preis.
Mit Farbschnitt in limitierter Erstauflage. Lieferung je nach VerfügbarkeitEmily ist neunzehn Jahre alt und schwanger. Ihr Freund Pablo ist vor Kurzem zur Tür hinaus, »um eine Sache zu regeln«, und seitdem nur sporadisch auf dem Handy zu erreichen. Ihre Mutter, die Emily allein großgezogen hat, entscheidet sich, zu Emily in die winzige Wohnung zu ziehen, um ihr vor und nach der Geburt unter die Arme zu greifen. Dann ist da noch Emilys Nachbar, der überlegt, ob es in Ordnung ist, sich in Emily zu verlieben, obwohl er noch nie ein Wort mit ihr gewechselt hat. Und Emilys Chef im Supermarkt hat möglicherweise auch Gefühle für sie, weiß aber nicht, wie er sich bemerkbar machen soll. Emily hat sicher andere Sorgen. Oder sorgt sie sich vielleicht zu wenig?Höchst originell und mit viel Empathie und Humor umkreist Maria Navarro Skaranger in »Emily Forever« die Frage, wie eine Frau wie Emily von anderen gesehen wird, von denen, die zu wissen glauben, wer sie ist und wie ihr Leben verlaufen sollte. Ein schmerzlich ergreifender Roman über Armut, Klassenscham und bedingungslose Solidarität.
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»Die beste Zeit meines Lebens«
An den Universitäten brodelt es. Immer öfter flammen die Proteste auf. Dann werden die ersten Hörsäle besetzt und es dauert nicht lang, da ist auch Simon Brenner auf den Barrikaden. Eigentlich hat er nach einer Schlosserlehre nur noch ein Studium in Heidelberg anhängen wollen, jetzt organisiert er sich in immer radikaleren Gruppen, taucht schwarz vermummt auf Demonstrationen auf und fährt zum Ersten Mai nach Berlin – endlich fühlt er sich angekommen. Die Sache dabei ist nur, er wird bezahlt. In Wahrheit ist er Polizist, ein verdeckter Ermittler vom LKA, der über die neuen Freunde Buch führen und seine Gefühle im Griff haben muss.Ein raffiniertes, wagemutiges Spiel mit doppeltem Boden, zwischen True Crime und linksradikaler Telenovela.
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Eine Tour de Force durch das jüdische East End
Wenn Harryboy nicht sein Geld verspielt, liest er Zola, bügelt Hosen und fühlt sich seltsam aufgehoben in Hackney, dem ärmsten Viertel von London. Bis eine neue Familie in seine Pension einzieht. Aufgerieben zwischen Aufstiegsträumen und Elternschaft scheitern die Deaners auf ganz andere Weise. Doch ihm wird klar, wie eng ihr Schicksal mit dem seinen verflochten ist. Ein leeres Versprechen gerät zu einer Achterbahnfahrt in die Untiefen des East Ends, des Krieges und seiner Vergangenheit, in deren Spuren er unerwartet auf eine noch größere Schuld stößt: auf ein Leben, das nie gelebt war.
Alexander Barons wiederentdeckter Kultroman The Lowlife (1963) ist eine brillante Milieustudie voller Witz und Melancholie. Ein moderner Schelmenroman über einen Mann, der Verantwortung lernen muss – und die langersehnte deutsche Erstübersetzung eines anglo-jüdischen Klassikers.
»Der Tagedieb hat sich zum Kultbuch der Subkultur entwickelt« The Guardian
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